Fitnessstudio McFit im Sport-Check

Wer die Wahl hat, hat die Qual: An jeder Ecke gibt es Fitnessstudios: Fitnessstudios für Männer, für Frauen mit Wellness und noch viel mehr. Von einem Besuch im Fitnessstudio verspricht man sich meistens ein paar Kilos zu verlieren und einen knackigen Körper – doch teure Mitgliedschaften und Knebelverträge lassen uns häufig zurückschrecken. Fit Femme macht den Test bei einem der günstigen Fitnessstudios: Bei McFit.

Was verbirgt sich hinter der Fitnessstudio-Kette McFit?

Die Fitnessstudiokette McFit ist vor allem durch seinen unschlagbar günstigen Preis bekannt geworden. Für 19,90 Euro monatlich kann man hier 24 Stunden am Tag trainieren. Die Studios sind also rund um die Uhr geöffnet, sprich wer mal ein Plätzchen für die Nacht sucht, kann es sich im Notfall vielleicht auch auf einer der Hantelbänke bequem machen. Spaß beiseite, ein großer Vorteil des Anbieters ist seine Omnipräsenz, mit 186 Studios europaweit ist McFit in allen großen Städten Deutschlands meist mehr als einmal vertreten. Wer dem Fitnessstudio beitreten möchte, muss einen Vertrag über eine 12 monatige Mitgliedschaft abschließen, angenehm fällt auf, dass man diesen auch für 6 Monate ruhen lassen kann, wenn mal etwas dazwischen kommt. Natürlich kann man für 19,90 Euro kein Luxusstudio mit allem Drum und Dran erwarten, aber was bekommt man bei McFit geliefert? Fit Femme macht den Test:

Mein Tag im McFit Fitnessstudio:

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© Zerocool – www.pixabay.de

Ein Besuch im Fitnessstudio, was bin ich aufgeregt! Zu Hause packte ich mir meine Trainingstasche mit meinen Sportklamotten, einem Handtuch und ausreichend Wasser und schwing mich auf mein Fahrrad, um das McFit Fitnessstudio in Hamburg-Stellingen zu testen. Ich habe Glück, denn bevor man für 19,90 Euro im Monat dem Fitnessstudio seine Seele für 12 Monate verkauft, darf man ein kostenloses Probetraining machen, um zu sehen, wie es mir gefällt. Die Frau am Empfang war freundlich und lieh mir sogar ein Schloss für die Umkleidekabinen. Denn um seine Sachen in einem Spind zu verstauen muss das Schloss selbst mitgebracht werden.

Vom Fitnesstudio selbst war ich vom ersten Eindruck positiv überrascht. Es wirkte relativ sauber und modern und es gab jede Menge Geräte, an denen man sich austoben kann. In der Hantelecke profilierten sich die Muskelprotze, die sich zu ihren Höchstleistungen anstachelten während sich die meisten Frauen eher im Ausdauerbereich herumtrieben. Ich war überrascht wie aufgetakelt manche zum Training kamen und fühlte mich leicht underdressed in meiner ausgeleierten Jogginghose. Ich weiß nicht was während dem Packen meiner Sporttasche mit mir los war, denn wenn ich mich bei McFit schon underdressed fühle wie wäre es dann in einem schickimicki Fitnessstudio? Das nächste Mal sollte ich vielleicht keins meiner labbrigen Schlafshirts zum Sport wählen.

Negativ fiel mir auf, dass das Fitnessstudio sehr voll war. Überall waren Menschen, auf den Geräten, neben den Geräten, sie waren einfach überall. Es war wohl ein Fehler um 18 Uhr herzukommen, die absolute Stoßzeit, aber nach Feierabend bleiben einem sonst ja nicht viel mehr Möglichkeiten. Hier sammelte McFit direkt einen dicken Minuspunkt, denn morgens würde ich kaum zum trainieren herkommen wollen und wenn es zu meiner Zeit überfüllt ist, wird das meine Trainingsmotivation nicht unbedingt steigern.

Aber weiter zu meinem Erlebnistag bei McFit. Um mich warm zu machen ging ich erst einmal in die Ausdauerecke, um mir einen Crosstrainer zu schnappen. Zum Glück stieg ein Mädchen auch gerade von ihrem Trainingsgerät ab und ich konnte mich drauf schwingen. Neben den Geräten stand Desinfizierspray, sodass ich das Gerät erstmal schweißfrei machen konnte. Während dem Trainieren hatte ich einen Blick auf einen Fernseher und hörte im Hintergrund Musik, sodass mir nicht gleich langweilig wurde. Es gefällt mir, dass das Fitnessstudio relativ modern ist. Nachdem ich mich auf dem Crosstrainer ausgetobt habe, wollte ich mal sehen, was ich mit den Geräten so anfangen kann und inspizierte die Auswahl. Da ich keine große Fitnessstudio Erfahrung habe, war ich mir bei einigen Geräten unsicher, wofür sie gut waren, aber einen Trainer konnte ich auch nicht entdecken, den ich fragen kann.

Ich ging sicherheitshalber zu den Matten auf dem Boden, um ein paar Sit-Ups zu machen, die kenne ich wenigstens und kann nichts falsch machen, auch wenn ich das auch zu Hause tun könnte. Als ich hier mein Soll erreicht hatte, sah ich auch einen McFit Trainer seines Weges gehen und konnte ihn abfangen, bevor ihn ein Hobby-Bodybuilder erreichte, der die Bankdrücken-Bank scheinbar gepachtet hatte. Der Trainer teilte mir jedoch mit, ich solle mir einen Termin machen um einen Trainingsplan zu erstellen und mir die Geräte erklären zu lassen, er habe jetzt keine Zeit. Verständlich bei der Fülle, aber schade für meinen Trainingstag.

Ich entdeckte die Beinpresse in einer Ecke des Fitnessstudios wo mehrere Frauen saßen und dachte mir, dass das nicht so kompliziert aussieht, deshalb gesellte ich mich dazu. Neben dem Gerät hing eine bebilderte Anleitung, die ich vorsichtig befolgte. Beim nötigen Gewicht spickte ich bei dem Mädchen neben mir und versuchte es mit dieser Kiloanzahl. Nachdem meine Beine brannten zog ich weiter und versuchte es bei ähnlichen Geräten nach dem selben Prinzip. Wenigstens musste ich mich nicht drum sorgen angegafft zu werden in meinem Gammellook, denn das ist eines der Dinge die ja viele Frauen in einem gemischten Fitnessstudio bemängeln. Also Mädels wenn ihr Schlabberklamotten anzieht und ungeschminkt ankommt, müsst ihr euch um Belästigung weniger sorgen machen als beim Training im Sport-BH! Den Mann fürs Leben lernt ihr in beiden Fällen so wohl nicht kennen, obwohl es bei McFit durchaus Flirt-Potenzial gäbe, als kleiner Tipp am Rande für die Single-Welt.

Nachdem mir alles wehtat und ich den Muskelkater am nächsten Tag schon kommen sah, packte ich meine Sachen zusammen und marschierte in Richtung Dusche. Erfreulicherweise ist diese inzwischen in der Mitgliedschaft enthalten, früher war das nämlich noch anders. Deshalb hatte ich mein Duschzeug gar nicht eingepackt, ich schlüpfte also in meine Klamotten und machte mich schnell auf den Heimweg, um dort zu duschen und mich zu erholen. Ob eine Fitnessstudiomitgliedschaft für mich geeignet ist, musste ich nochmal gründlich überlegen.

Abnehmen im Fitnessstudio?

Hantel

© raichinger – scx.hu

Wem das Training im Fitnessstudio gefällt, man ein gutes Preis-Leistungsverhältnis wünscht und zeitlich flexibel ist, dem kann ich McFit auf jeden Fall empfehlen. Jedoch war mein Eindruck, dass das Training hier doch eher ein reines Mittel zum Zweck ist, also eher ein schnelles Rein-Raus-Ding. Wem jedoch beim Sport auch ein soziales Miteinander wichtig ist, der gerne mal in die Sauna möchte oder noch einen Kaffee trinken, für den ist McFit eher nicht geeignet. Dann sollte man sich doch eher an ein teureres Studio wenden, das für entsprechendes Ambiente bietet. Bei Fitnessstudios generell ist das Risiko gegeben, dass es einem schnell langweilig wird. Man trainiert relativ alleine für sich, sodass man sich selbst motivieren muss, was nicht unbedingt meine Stärke ist. Ich brauche eher einen Trainer, der mich anspornt den inneren Schweinehund zu besiegen. Bei McFit ist eine Kombination aus Krafttraining und Kursen nicht möglich, da es überhaupt kein Kursangebot gibt. Als völlig ungeübter Sportler ohne Fitnessstudio Know-How stelle ich es mir bei McFit auch schwierig vor, da bei der hohen Anzahl eine individuelle Betreuung durch die Trainer, natürlich weniger möglich ist. Man bekommt zwar eine Einweisung, aber wenn man davon die Hälfte wieder vergisst ist es schwer einen Trainer zu erwischen, um nochmal nachzuhaken.

Unser Tipp für eine Mitgliedschaft in einem McFit Fitnessstudio lautet, dass du vorher abwägen solltest, was dir wichtig ist und welche Art von Training dir gefällt. Wenn du dir noch unsicher bist, mach unbedingt vorher ein Probetraining, um zu sehen, ob es dir Spaß macht. Wer flexible Trainingszeiten möchte um jederzeit trainieren zu können und der ein Fitnessstudio zu einem fairen Preis möchte, der ist bei McFit bestimmt gut aufgehoben.

weitere Sportarten im Test:

Pilats
Kickboxen
Handball

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