Thigh Gap: Der Schönheitskult um die Lücke

Schon länger sind die Zeiten vorbei, in denen sich junge Frauen sexy Kurven à la Marilyn Monroe gewünscht haben. Spätestens seit der Casting-Show “Germanys next Topmodel” weiß jeder, dass derzeit superschlanke Figuren im Trend liegen. Inzwischen geht der Magerwahn jedoch noch weiter, denn der neue Schönheitstrend heißt “Thigh Gap”. Warum die Thigh Gap besorgniserregend ist und was hinter diesem Körperideal steckt:

Was ist die „Thigh Gap“?

Thigh Gap heißt zu Deutsch „Oberschenkellücke“ und meint damit eine Lücke zwischen den Oberschenkeln, die auch noch im Stehen zu sehen ist. Soziale Netzwerken wie Tumblr, Instagram oder Twitter werden derzeit mit Bildern von Frauen in kurzen Hot Pants überflutet, die mit geschlossenen Beinen ihre Thigh Gap präsentieren. Bei diesem Magertrend gilt „Umso größer, umso besser“ und das bedeutet, möglichst keinen Gramm Fett „zu viel“ am Körper zu haben, damit die Lücke zwischen Knien und dem Schambein möglichst ausgeprägt ist.  Die Gefahren des Magerwahns sind eigentlich offensichtlich, trotzdem verbreitet sich der Trend um die Lücke immer weiter.

 

Die Gefahr der „Thigh Gap“:

thigh gap

Thigh Gap © Foundry – pixabay.de

Woher der Trend um die Thigh Gap kommt ist unklar, als Vorbild gilt jedoch das britische Supermodel Cara Delevingne, deren Thigh Gap sogar einen eigenen Blog hat, der von zahlreichen Anhängern gefeiert werden. Hier werden regelmäßig neue Bilder ihrer Thigh Gap gepostet, kein Wunder also, das junge Frauen auf die Idee kommen, dem nachzueifern.

Eigentlich sind gerade die Oberschenkel häufig eine Problemzone bei Frauen, wo sich die überflüssigen Pfunde schnell bemerkbar machen, deshalb ist die Grundvoraussetzung für die Thigh Gap sehr, sehr schlank zu sein. Doch selbst das alleine reicht bei vielen nicht. Grund hierfür ist, dass jeder Körper verschieden ist und je nach Beckenstellung fällt die Oberschenkellücke unterschiedlich groß aus. Bei einem schmalen Becken wird sie unter Umständen erst beim Erreichen von gefährlichem Untergewicht sichtbar werden.

Es ist erschreckend, dass sich junge Mädchen auf dem Weg zur Thigh Gap verzweifelt runterhungern und im Internet Aufrufe starten wie „Hilfe, wie bekomme ich eine Thigh Gap?“ und dabei gefährliche Tipps erhalten. Junge Frauen spornen sich an, noch weiter zu hungern, indem sie den Weg zu ihrer Lücke genausten dokumentieren und regelmäßig künstlerische Fotos posten, auf denen die Sonnenstrahlen durch ihre Thigh Gap scheinen. Von intensiven Fasten-Tipps, über Übungen für die Beinmuskulatur sind alle möglichen Tipps zu finden, am häufigsten stößt man jedoch auf den Tipp sich bis zur Thigh Gap runter zu hungern. Deshalb hungern viele Frauen monatelang und führen dem Körper dabei viel zu wenig Energie zu. Denn das Fettpolster zwischen den Oberschenkeln lässt sich nicht eben mal gezielt wegtrainieren. Oft schmilzt es erst, wenn der gesamte Körperfettanteil sehr gering ist und die Frauen schon am Rande der Magersucht stehen.

 

Was können Sie statt einer Thigh Gap für Ihren Körper tun?

Wasser Beine

©thesaint – sxc.hu

Gesund ist der Trend um die Thigh Gap eindeutig nicht, denn die Frauen streben ein Schönheitsideal an, dass ihnen schneller als man denkt den Weg zu einer Essstörung ebnen kann. Dabei werden Frauen mit einem schmalen Becken in die Verzweiflung getrieben, denn manche Menschen haben einfach nicht die anatomischen Voraussetzungen für die Thigh Gap, egal wie schlank sie ansonsten sind.

Außerdem ist es ganz natürlich, zwischen den Oberschenkeln keine Lücke zu haben, denn hier liegen eigentlich die Notreserven einer Frau, die sie zum Beispiel für die Schwangerschaft braucht. Es gibt keine speziellen Übungen, um eine Lücke herbeizutrainieren und es ist leider nicht möglich, nur an einer Körperstelle abnehmen.

Generell empfiehlt es sich um Fett zu verbrennen, den Stoffwechsel anzukurbeln, sich gesund zu ernähren und regelmäßig ein ausgewogenes Ausdauer- und Krafttraining durchzuführen. Es spricht auch nichts dagegen, mit einem Workout für straffe Beine oder mit Squats die Muskulatur zu stärken.

Jeder Körper ist individuell und nicht jeder hat die gleichen körperlichen Voraussetzungen, deshalb wird sich auch jeder Körper anders formen. Und das ist auch gut so. Denn langfristig ist es am wichtigsten, einen gesunden Körper zu haben, mit dem man selbst zufrieden ist, anstatt unrealistischen Idealen nachzueifern. Und eins sollte sich jede Frau bewusst sein: Die Models auf den Zeitschriftencovers oder Plakaten haben auch ihre Makel und sind in der Realität längst nicht so perfekt, wie ihre Bilder es uns glauben machen. Ihr größter “Diät-Helfer” ist und bleibt Photoshop.

 

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