Ernährungsirrtümer Teil 12 – Brot

Der Duft eines frisch gebackenen Brotes kann unheimlich verlockend sein. Ob mit Salami, Käse oder frischen Tomaten, Brot ist die perfekte Grundlage für leckeren Aufschnitt. In Deutschland werden pro Jahr und pro Person etwa 85 kg Getreideerzeugnisse verbraucht. Doch kann etwas was so gut schmeckt für unseren Körper ungesund sein? Und ist helles Brot ungesunder als dunkles Brot? In diesem Teil der Ernährungsirrtümer werden die Mythen zum Thema Brot aufgeklärt.

 

Frisches Brot ist ungesund

frisches Brot

© alexkalina – www.sxc.hu

Frisches Brot ist lecker, duftet unwahrscheinlich gut und ist keineswegs ungesund. Dieser Mythos ist aus früheren Zeiten entstanden. Zum Einen nahm man an, dass das Brot im Magen weitergärt. Dies ist jedoch nicht möglich, da die für das Gären zuständigen Bakterien und Mikroorganismen die extreme Hitze im Backofen nicht überleben können.
Ein weiterer Grund für die Annahme, dass frisches Brot ungesund sei, stammt aus einer Zeit, in der Brot elementar wichtig war und keinesfalls verschwendet werden durfte. Mit der Behauptung wollte man erreichen, dass zuerst das alte Brot gegessen wird, damit es nicht verkommt. Erst wenn die Reste bzw. das alte Brot gegessen wurde, durfte das neue und frische Laib Brot angeschnitten werden. Aus diesem Grund wurde vor allem Kindern weisgemacht, dass frisches Brot ungesund sei.

Helles Brot ist ungesund

helles Brot

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Falsch, helles Brot ist nicht unbedingt ungesund. Es gibt durchaus auch Vollkornprodukte aus Weizenmehl, die besonders leicht verdaulich sind, wesentlich mehr Vitamine und Mineralstoffe und die doppelte Menge an sättigenden Ballaststoffen liefern als Weißbrot. Dieses Vollkornweizenbrot ist somit wesentlich gehaltvoller, denn in Vollkornprodukten wird das ganze Korn verarbeitet, inklusive der vitaminreichen Randschichten und dem Keim. Bei Weißbrot hingegen wird nur der stärkereiche Mehlkörper verwendet, was jedoch nicht bedeutet, dass Weißbrot ungesund ist. Auch auf Weißbrot muss nicht verzichtet werden wenn es nicht im Übermaß verzehrt wird. Weißbrot ist leicht verdaulich, was vor allem für Kinder und ältere Menschen ein Vorteil sein kann. Leider sättigt Weißbrot nicht so lange, sodass man schnell erneut zugreifen möchten. Man sollte sich aber nicht ausschließlich von hellen Brötchen oder Toastbrot ernähren. Dies sollte nicht die einzige Energiequelle sein.

 

Brot vom Bäcker ist gesunder als das Brot aus dem Discounter

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist kaum ein Unterschied zwischen Brot vom Bäcker und vom Discounter vorhanden. Brot vom Supermarkt kann genauso nahrhaft sein, wie das aus der Bäckerei. Der größte Unterschied zwischen den Broten unterschiedlicher Herkunft liegt oft in der Haltbarkeit. Ein frisch gebackenes Brot nach traditionellem Rezept ist länger haltbar und schmeckt auch nach zwei Tagen noch gut. Ein weiterer Minuspunkt für das Discounter-Brot ist jedoch der Geschmack. Durch das Verpacken leiden Geschmack, frische und Konsistenz des Brotes, sodass man bei Supermarktbrot auf eine knusprige Kruste und ein frisches Aroma oft verzichten muss.

 

Dunkles Brot ist Vollkornbrot

Nur die Farbe zu betrachten, reicht leider nicht aus, denn dunkles Brot muss nicht unbedingt gleich Vollkorn enthalten. Diesen Irrglauben nutzen Produzenten von billigen Broten aus und färben es mit Zuckercouleur dunkel ein, wodurch es gesünder wirkt, aber in Wirklichkeit mehr Zucker enthalten kann als Weiß- oder Graubrot. Das Aussehen eines Brotes lässt demnach nicht auf den Nährwert schließen. Beispielsweise kann ein helles Weizenvollkornbrot mehr Vollkornanteile enthalten, als ein dunkel eingefärbtes Brot aus Weizenmehl. Ein dunkles Brot voller Körner ist auch nicht unbedingt ein echtes Vollkornbrot. Um sicher zu gehen, dass das dunkle Brot auch ein Vollkornbrot ist, lohnt sich ein Blick auf die Verpackung. Besteht das Brot zu mindestens 90% aus Vollkorn, darf es die Bezeichnung “Vollkorn” tragen und kann erheblich zu einer gesunden Ernährung beitragen. Bezeichnungen wie “volles Korn”, “Kraftkorn” oder “Goldkorn” reichen hingegen nicht aus um ein Vollkornbrot zu identifizieren. Meistens handelt es sich in diesen Fällen nicht um Vollkornbrot. Sieht man sich die Inhaltsstoffe genau an, sollten Vollkornmehl oder Vollkornschrot an erster Stelle genannt werden, damit es ein Vollkornbrot ist. Fazit: Nicht alles, was auf den ersten Blick nach Vollkorn aussieht, ist auch Vollkorn!

 

Brot macht dick

Diese Behauptung stimmt zumindest dann nicht, wenn es sich um ein Vollkornbrot handelt, denn dies enthält viele Ballaststoffe. Diese enthalten so gut wie keine Kalorien und wirken langfristig sättigend. Auch die Nährstoffe und Kohlenhydrate und machen in erster Linie satt, was durchaus von Vorteil sein kann, wenn man Abnehmen möchte. Die Stärke im Brot sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel mehr oder weniger gleich bleibt, sodass der Hunger nicht so schnell wieder zurückkehrt. Ein weiterer wichtiger Nebeneffekt, den wir Vollkornbot verdanken: Es regt die Darmtätigkeit an und reguliert so den Stuhlgang. Insgesamt kann man sagen: Brot macht erst dann dick, wenn man zu viel davon isst. Bei dieser Behauptung spielt auch der Belag eine wichtige Rolle. Beschmiert man sein Brot regelmäßig mit einer dicken Nutella-Schicht, braucht man sich über einige Kilogramm mehr nicht wundern.

 

Ein leckeres Rezept für ein gesundes Vollkornbrot gibt es auch bei Fit Femme! Guten Appetit!

 

Hier gibt es weitere Ernährungsirrtümer:

Teil 1: Ernährungsirrtümer – Gemüse

Teil 2: Ernährungsirrtümer – Schokolade

Teil 3: Ernährungsirrtümer – Fett

Teil 4: Ernährungsirrtümer – Abnehmen

Teil 5: Ernährungsirrtümer – Getränke

Teil 6: Ernährungsirrtümer – Zucker und Süßstoff

Teil 7: Ernährungsirrtümer – Ernährung und Krankheiten

Teil 8: Ernährungsirrtümer – Obst

Teil 9: Ernährungsirrtümer – Mahlzeiten

Teil 10: Ernährungsirrtümer – Vitamine

Teil 11: Ernährungsirrtümer – Salz

Teil 13: Ernährungsirrtümer – Fleisch

 

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