Ernährungsirrtümer Teil 5 – Getränke

Sind Fruchtsäfte wirklich gesund? Wärmt Schnaps bei Kälte? Was ist wirklich dran an diesen Irrtümern und Halbwahrheiten? Fit Femme deckt im 5. Teil der Ernährungsirrtümer die Wahrheit zum Thema Getränke auf und unterzieht die zahlreichen Behauptungen dem Wahrheits-Check.

 

Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit

Kaffeebohnen

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Stimmt doch, oder? In den südlichen Ländern bekommt man sogar immer ein Glas Wasser zum Kaffee dazu, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Was sich in der Theorie so glaubhaft anhört, bleibt in der Praxis jedoch nur ein Gerücht. Es ist zwar möglich, dass Kaffee eine harntreibende Wirkung hat, wenn der Körper nicht daran gewöhnt ist. Ansonsten stellt der Körper sich jedoch schnell auf einen regelmäßigen Kaffeekonsum ein und Kaffee gehört somit zur täglichen Flüssigkeitszufuhr. Drei bis vier Tassen Kaffee haben keinen negativen Einfluss auf den Körper, jedoch sollte der Durst nicht nur mit Kaffee gelöscht werden. Aufgrund des Koffeingehalts und der anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf sollte auf mehr als vier Tassen am Tag verzichtet werden. Übrigens, im Sommer können Sie es auch einmal einen leckeren kalorienarmen Eiskaffee versuchen!

 

Schnaps hilft der Verdauung

Nach einem reichhaltigen und fettigen Essen gehört der Verdauungsschnaps einfach dazu, schließlich hilft er ja auch um das Völlegefühl zu mindern. Angeblich sorgt der Schnaps dafür, dass der voll Magen leerer wird und die Verdauung von Fett unterstützt wird. Dabei hat Alkohol, und somit auch Schnaps, nach dem Essen lediglich eine leicht betäubende Wirkung auf den Verdauungstrakt. Der volle Magen verschwindet durch das Trinken von Schnaps somit nicht mehr, als es durch die gleiche Menge Wasser verschwinden würde, lediglich das subjektive Völlegefühl wird abgeschwächt. Es ist sogar erwiesen, dass Alkohol die aktive und passive Aufnahme von Nahrungsbestandteilen verschlechtert und die Fettverbrennung hemmt, da der Organismus zunächst mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist. Der Schnaps danach hilft somit definitiv nicht.

 

Fruchtsäfte sind gesund

Viele trinken gerne Multivitaminsaft, Fruchtnektar oder Apfelschorle, schmeckt schließlich gut und ist ja auch gesund. Und wieder ein Ernährungsirrtum! Säfte enthalten selbst ungesüßt viel Zucker und somit viele Kalorien. Ein Glas Apfelsaft entspricht etwa 13 Zuckerwürfeln und sogar in einem Glas Apfelschorle stecken 3 Würfel Zucker. Der Zucker sorgt für eine erhöhte Insulinproduktion, was die Fettverbrennung blockiert und Fettzellen für Kalorien empfänglicher macht. Dazu bestehen Säfte aus viel Fruktose, die in großen Mengen für einen Anstieg der Harnsäure sorgt und somit Gicht begünstigt. Mit unseren kalorienarmen Getränken bieten wir dir gesunde Alternativen!

 

Zum Essen soll man nicht trinken

Wasser im Glas

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Grund für dafür ist, dass Wasser die Magensäure verdünnt und Essen somit langsamer verdaut wird. Doch Wasser zum Essen ist sogar empfehlenswert! Solange die Nahrung im Magen bleibt fühlt man sich satt und kommt nicht so schnell wieder in Versuchung unnötig weitere Kalorien aufzunehmen. Außerdem füllt das Wasser zusätzlich den Magen, man isst automatisch weniger und somit ist Trinken zum Essen ein wichtiger Sättigungsfaktor.

 

Milch macht müde Männer munter

Sorry, aber dies ist ein reiner Werbespruch und hat nicht viel mit der Realität zu tun. Leider hat Milch keine anregende Wirkung für Männer, jedoch dient Milch als wichtiger Eiweiß- und Calciumlieferant, was Milch für Männer und Frauen wichtigmacht. Um Übergewicht vorzubeugen, sollte man jedoch wissen, dass Milch kein Durstlöscher ist, sondern ein flüssiges Lebensmittel. Wer gerne und oft Milch trinkt sollte lieber zur fettarmen Milch greifen.

Täglich ein Glas Rotwein verlängert das Leben

Korkenzieher

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Ist Rotwein das neue Wundermittel? Das tägliche Glas Rotwein soll vor Herzinfarkt schützen und auch weitere gesundheitsfördernde Eigenschaften werden dem Rotwein zugesprochen. Doch mehr als 1/4 Liter Wein belastet bereits die Leber und das Gehirn und der WHO warnt vor regelmäßigem Alkoholkonsum, da dieser schnell abhängig machen kann. Außerdem ist der Mythos vom langen Leben durch das tägliche Glas Rotwein nicht wissenschaftlich erwiesen. Einige wenige Studien zeigen zwar, dass Rotwein in kleinen Mengen die Blutfließ- und Gerinnungseigenschaften positiv beeinflussen und durchblutungsfördernd Herz und Kreislauf stärken kann, was das  Herzinfarktrisiko und die Thrombosegefahr senken kann. ABER Wein ist keine Medizin und sollte nur moderat genossen werden! Ein Glas Rotwein zum Essen kann jedoch bei moderatem Konsum und einer gesunden Lebensweise der Gesundheit vorbeugend helfen.

 

Schnaps wärmt von innen

Falsch! Alkohol kann zwar kurzfristig für einen Wärme-Effekt sorgen, weil es die Blutgefäße erweitert und somit mehr warmes Blut durchfließen kann, jedoch gibt der Körper genau dadurch auch erheblich mehr Wärme ab und die Temperatur sinkt. Folglich friert der Körper immer stärker, ohne dass es dem Betroffenen bewusst wird. Und noch ein weiteres Risiko steckt in dieser Aussage: Ist man vom Schnaps erst mal betrunken, nimmt man die Kälte nicht mehr angemessen wahr und die Gefahr von Erfrierungen nimmt zu.

 

Hier gibt es weitere Ernährungsirrtümer:

Teil 1: Ernährungsirrtümer – Gemüse

Teil 2: Ernährungsirrtümer – Schokolade

Teil 3: Ernährungsirrtümer – Fett

Teil 4: Ernährungsirrtümer – Abnehmen

Teil 6: Ernährungsirrtümer – Zucker und Süßstoff

Teil 7: Ernährungsirrtümer – Ernährung und Krankheiten

Teil 8: Ernährungsirrtümer – Obst

Teil 9: Ernährungsirrtümer – Mahlzeiten

Teil 10: Ernährungsirrtümer – Vitamine

Teil 11: Ernährungsirrtümer – Salz

Teil 12: Ernährungsirrtümer – Brot

Teil 13: Ernährungsirrtümer – Fleisch

 

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