Diäten im Test – Teil 6: Atkins-Diät

Bei der Atkins-Diät werden anstatt Kalorien die Kohlenhydrate gezählt. Um erfolgreich abzunehmen müssen diese nämlich stark reduziert werden. Fleischliebhaber kommen hier unter Umständen auf ihre Kosten, denn Fett und Eiweiß darf ohne Einschränkung gegessen werden. Doch funktioniert diese extreme Art der Low-Carb Ernährung?

 

Wie funktioniert die Atkins-Diät?

Die Atkins-Diät wurde im Jahr 1972 von Robert Atkins erfunden, der das Prinzip am eigenen Leib ausprobiert und für gut befunden hat. Er stützt seine Annahmen auf der These, dass der menschliche Körper Kohlenhydrate benötigt, um Fett zu verbrennen. Sind keine Kohlenhydrate vorhanden, setzt das Fett in der Nahrung gar nicht erst an. Grund hierfür ist der Stoffwechsel, der durch den Kohlenhydrat-Verzicht anders arbeitet und die Fette nicht wie gewohnt verarbeitet. Deshalb wird weitestgehend auf den Genuss von Kohlenhydraten verzichtet, das heißt keine Kartoffeln, kein Brot, keine Nudeln und kein Zucker. Aber auch einige Obstsorten sind tabu. Zu den erlaubten Lebensmitteln zählen hingegen Eier, Wurst, Käse, Fleisch und Fisch, aber auch Gemüsesorten wie Spargel und Brokkoli.

Die Atkins-Diät basiert auf 4 Stufen:

Fleisch

© Lebensmittelfotos – pixabay.de

Stufe 1 (Einleitungsdiät): Während den ersten 14 Tagen der Atkins Diät darf man täglich maximal 20 Gramm Kohlenhydrate verzehren. Brot ist dabei strengstens verboten, stattdessen sollen die Kohlenhydrate aus Salat oder Gemüse aufgenommen werden. Ansonsten wird in dieser Phase viel Fleisch empfohlen, Eier und Soja. Sie dient dazu, den Stoffwechsel umzustellen und den Glykogenspeicher zu leeren.

 

Stufe 2 (grundlegende Reduktionsdiät): In der nächsten Phase wird die tägliche Kohlenhydratmenge langsam über einen längeren Zeitraum in 5 Gramm Schritten erhöht. In dieser Stufe bleibt man so lange, bis man ungefähr 5 kg vom Idealgewicht entfernt ist. Bei den meisten Menschen liegt dieser Wert zwischen 40 und 60 Gramm. Jedoch sind auch hier nicht irgendwelche Kohlenhydrate gemeint, sondern nährstoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Beeren, Bohnen oder Hülsenfrüchte.

 

Stufe 3 (Vor-Erhaltungsdiät): Diese Stufe dient dazu, das Gewicht zu stabilisieren. Die Kohlenhydratmenge kann in der Woche um 10 Gramm erhöht werden mit Lebensmitteln, die eine hohe Nährstoffdichte haben, solange man so weiterhin abnimmt.

 

Stufe 4 (lebenslange Erhaltungsdiät): Die letzte Stufe ist erreicht, sobald man beim Wunschgewicht angekommen ist. Stufe 4 dient nun dazu, das Wunschgewicht zu halten und ist somit als Dauerernährung gedacht. Deshalb erhöht sich die Anzahl an erlaubten Lebensmitteln, auch wenn der Genuss von Teigwaren und Kartoffeln weiterhin nur in Ausnahmefällen gestattet ist. Empfohlen wird viel Gemüse, Fisch und Obst.

Auch wenn die Atkins-Diät keine Kalorienbegrenzung vorgibt, weist Atkins in seinem Buch darauf hin, dass der Ernährungsplan keine „Lizenz zum Vollstopfen“ ist.

 

Einschätzung der Atkins-Diät:

2 Bananen

Fangen wir mit den guten Nachrichten an, die Atkins-Diät ist für alle Menschen geeignet, die nach dem Motto „Fleisch ist mein Gemüse“ leben. Da die tägliche Kalorienmenge nicht begrenzt ist, kommt kaum Hunger auf und auch die Rezepte sind nicht unbedingt besonders zeitaufwendig oder kompliziert. Für die sportliche Betätigung werden ebenfalls Anregungen gegeben, sodass diese nicht wie in manchen anderen Diäten gänzlich vernachlässigt wird.

Doch das waren auch schon die Vorteile der Atkins-Diät. Zwar funktioniert sie tatsächlich, um das Gewicht zu reduzieren, trotzdem gilt diese Diät als umstritten und wird von vielen Ernährungswissenschaftlern als einseitig angesehen. Obst und Gemüse kommen zu kurz und das Fehlen von Ballaststoffen kann negative Auswirkungen auf die Verdauung haben. Für Vegetarier ist die Atkins-Diät völlig ungeeignet, da pro Tag viel tierisches Fett vorgesehen ist. Der Jojo-Effekt wartet schon an der nächsten Ecke, da der tägliche Kohlenhydratverzicht selten ein Leben lang eingehalten werden kann.

Zwei Bananen bekommt Herr Atkins auch nur für seine Diät, weil sie tatsächlich funktionieren kann und er immerhin den Grundstein für zahlreiche weitere Low-Carb-Diäten gelegt hat. Wer nach dem Low-Carb Prinzip abnehmen möchte, sollte aber lieber eine andere der zahlreichen Low-Carb Diäten ausprobieren (beispielsweise Schlank im Schlaf ). Empfehlenswert ist die Atkins-Diät nicht, denn der Verzicht auf Kohlenhydrate nimmt hier zum einen schon ungesunde Ausmaße an und das Risiko von Mangelernährung ist nicht unerheblich.

 

Hier gibt es weitere Diäten im Test:

Teil 1: Weight Watchers Online

Teil 2: Low Carb Diät

Teil 3: Friss die Hälfte

Teil 4: Schlank im Schlaf

Teil 5: BRIGITTE Diät

Teil 7: Glyx-Diät

Teil 8: Hollywood-Diät

Teil 9: Formula-Diät

Teil 10: Dukan-Diät

Teil 11: Nulldiät

Teil 12: Kohlsuppendiät

Teil 13: Detlef D! Soost Diät

Teil 14: Almased

Teil 15: Trennkost-Diät

Teil 16: Size Zero Diät

Teil 17: Rohkost Diät

Teil 18: Paleo-Diät

 

Diesen Artikel weiterempfehlen